Etwas betroffen gemacht und erstaunt hat mich ein auf der Internetpräsenz des Golf Clubs Am Deister (Bad Münder - Niedersachsen - Link zur Website GC Am Deister e.V.) veröffentlichter Artikel. Unter der Überschrift Zitat: "VcG überschreitet Rubikon - Lachnummer mit ernstem Hintergrund" (Link zum Artikel) wird die aktuellste Aktion der VcG (Info: VcG - Vereinigung clubfreier Golfspieler im DGV e.V. - Link zur Website der VcG), mittels der aktuelle Inhaber günstiger Auslandsmitgliedschaften dazu bewegt werden sollen, zu besonderen Konditionen in die VcG eintreten zu können, ins Lächerliche gezogen. Ein weiterer Fauxpas ist es, von Seiten obigen Clubs durch extrem erhöhte Greenfees nicht nur Auslandsmitglieder zur selbst definierten Ordnung des sozial als richtig ernannten Gefüges zu rufen, sondern dies gleichzeitig auf DGV-Mitglieder mit der Ausweiskennzeichnung eS (Info: eS = eingeschränktes Spielrecht - verbreitet bei Fernmitgliedschaften) als auch auf VcG-Mitglieder zu beziehen. Bei Preisen von 70.- EUR an Wochentagen sowie 90.- EUR an Wochenenden ist wohl der Ausschlusseffekt schnell erzielt. Vorteil: Niemand ist gezwungen, obigen Club zu besuchen ...
Die Aktion der VcG, tituliert mit "Von ganzem Herzen für den Golfsport", wird auch über eine neu geschaffene Internetpräsenz promotet: VcG: jetzt-vcg.de.
Ich spreche aus der Erfahrung, stellvertretend für eine sicher breite Spezies, die nach ersten Gehversuchen im Golfsport nicht zu 100% sicher war, ob Golf wirklich die richtige Sportart für die Zukunft sei. Doch ob dieser eigenen Unsicherheit als nicht gerade unabhängiger Grossverdiener mehrere 1000.- DM (Findungsphase: 1999) für den Eintritt in einen klassischen DGV-Club zu investieren, war mir nicht möglich. Daher war der Beginn mittels der VcG in meinen Augen der richtige Weg zum Einstieg. Dass die damals verpflichtend zu absolvierende PE-Prüfung wahrhaft kein Zuckerschlecken und Spaziergang war, sei hier nur am Rande erwähnt.
In obigem Artikel kommt aus eine Aussage vor, die ich wahrhaft mehrmals als damaliges VcG-Mitglied vernehmen musste, was mich stets ärgerte. Zitat: "Die VcG-Mitglieder leisten außer Greenfee weder einen wirtschaftlichen Beitrag für die Clubs noch für den Erhalt der Infrastruktur." Das letzte Mal hörte ich diese Aussage, fast wortwörtlich, im Jahre 1999 in einem anderen niedersächischen Club bei der Abendveranstaltung eines Turniers aus dem Munde eines älteren Clubmitgliedes. Mein anderer Tischnachbar, ebenfalls ein Mitglied es dortigen Clubs, dem wohl der Sinn und zweck der VcG eher bekannt war, schüttelte ob dieser Aussage mit dem Kopf und bewahrte mich vor übereilten Streitgesprächen ...
Nicht so ganz bekannt dürfte bzw. will dem Verfasser des Artikels sein, in welchem Umfang die VcG (in Zusammenarbeit mit dem DGV) eben genau den Ausbau der Infrastrukturen und Öffnung des Golfsports in Deutschland gefördert hat und fördert. Im Rahmen der Aktion "pay & play - Öffentlicher Kurzplatz für Jedermann" wurde bundesweit der Bau von 27 Kurzplätzen mit 1,5 Mill. EUR gefördert. Ohne diese Förderung würde es z.B. in meinem aktuellen Heimatclub, wie auch in anderen, keinen solchen Kurzplatz geben ...
Die immer noch laufende Förderinitiative, die ich in meiner Kindheit auch gern genossen hätte, heisst "Abschlag Schule". Hier stellt die VcG und der DGV p.a. 1 Mill. EUR bereit, um Schüler/innen an den Golfsport heranzuführen und dadurch Hemmschwellen abzubauen - die eventuell sonst nie die Möglichkeit bekommen würden, damit Bekanntschaft zu schliessen. Auch aus meinem persönlichen Freundeskreis kann ich letzteres bestätigt sehen.
Noch eine weitere Äusserung im Kontext, die die scheinbare Unwissenheit bzw. grundsätzliche Ablehnung der VcG-Strukturen bzw. dessen festgeschriebener Satzung untermauert. Zitat: "Welcher Hybris mag diese Belehrung der etablierten Golfclubs entstammen. Gewiss kommt sie nicht aus den Kreisen der Clubs, die regelmäßig die Verbandsbeiträge abführen ..." Aufgepasst: Vom jährlichen Beitrag eines jeden VcG-Mitgliedes werden selbstverständlich auch die Verbandsbeiträge an den DGV sowie an den Landesverband, in dem das Mitglied wohnhaft ist, abgeführt - in genau gleicher Höhe, wie es jeder "etablierte" Club für seine Mitglieder jährlich durchführt.
Mein Fazit: Auch wenn angeblich viele deutsche Golfclubs ähnliche Ansinnen nach aussen kehren, kenne ich derer zum Glück kaum einen aus der Praxis. Mit Zitat:"Wir werden sehen, wer den längeren Atem hat." ... schliesst der Verfasser seine Rede. Aufgrund dieser Aussagen, die VcG auf eine Stufe mit "Billig- bzw. Auslandsmitgliedschaften" zu stellen, habe ich schlagartig mein Vorhaben, diesen Club in diesem Jahr besuchen zu wollen, sofort ad acta gelegt. Gutheissen kann ich solch hetzerisch geprägte Meinungen nicht - ergo würde ich mich dort unwohl fühlen. Und das, obwohl ich nun schon lange Vollmitglied in einem "etablierten" DGV-Club bin. Zum Glück fährt unser Präsidium nicht auch auf dieser krummen Schiene ...
Ach - waren das doch noch schöne Zeiten, als der Golfverband nur 100.000 Mitglieder hatte, jeder in einem Club vorsichtig nach einer Mitgliedschaft anfragende Interessent noch einen Vermögensnachweis vorlegen und drei Bürgen benennen musste und das elitäre Golfervölkchen eben noch ganz unter sich war (Anm.: Sarkasmus). Kommen wir, trotz aller Bemühungen, dem Golfsport in Deutschland diese in der Bevölkerung nach wie vor vorhandenen Vorurteile zu nehmen, wieder dorthin? Wer möchte das?
(Hinweis: Ich sehe mich keinesfalls als Anwalt der VcG. Diese Meinung gibt nur meine persönlichen Ansichten wieder. Kommentare sind willkommen - egal welcher Facon.)
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